11 November 2008

Amis und Sonne

Wie ihr wißt -oder nicht- bin ich in den USA seit dem 4. November. Da ihr das Datum letztens irgendwie oft gehört habt, möchtet ihr fragen: Wie waren die Partys nach der Wahl? War es viel los in den Straßen nach Obamas Sieg? Hmmm... keine Ahnung, irgendwie war ich vom vorherigen Wochenende ziemlich müde, ich habe erstmal nur geschlafen! Hier in New Haven in Connecticut, kleine Stadt um die 100 km nordlich von Berlin, war einfach nichts los. Erstmal dachte ich, dass es am Ort lag, aber eine Freundin von mir war in New York und es war dort nicht anders. Sie hat mit anderen Ausländer, u.a. vielen Franzosen, fiebern müssen, weil sonst keiner da war! Die Straßen waren leer und die Leute vor dem Fernseher, und zwar nicht so lange, da es letztendlich wenig Spannung gab. Auch meine neue Kollegen haben am folgenden Morgen nur wenig von der Wahl gesprochen. Vielleicht war das Thema auch ausgesprochen...

Bis zum 30. Dezember werde ich in Amerika sein, mit einem kleinen Sprung nach Japan vom 15. bis zum 20. November für eine Tagung. Vor allem bin ich aus beruflichen Gründen hier, wobei ich auch vor allem da bin, um Freunde aus dem Studium in Lyon zu besuchen, die in New York bzw. in Raleigh in North Carolina leben. Leider sehen wir uns viel zu selten. Bzgl. Berufs geht es darum, Recyclinganlagen für Elektronikschrott zu besichtigen, mit einigen Leuten über das US Recyclingsystem für E-Schrott zu sprechen und Leute an der Yale University zu besuchen, weil sie seit Jahren ähnliche Studien wie meine durchführen. Ausnahmerweise müsst ihr die Details davon nicht lesen.

Am Wochenende war ich in New York mit den 4 Freunden. Es war natürlich sehr schön, Zeit zusammen zu verbringen. Meistens weiß ich nicht, was ich über New York denken soll. Das ist eine große stressige, schmutzige Stadt mit viel Beton und vielen Autos... aber auch eine Stadt mit vielen unterschiedlichen tollen Menschen, mit einer Stimmung wie in einem Film, mit vielen schönen Aussichten und netten Cafés. Am Sonntag waren wir in Brooklyn mit meiner Freundin. Zur Info ist Brooklyn das aktuelle Modeviertel, wo alle Künstler und andere "alternative" Menschen hinziehen, weil es (noch) nicht so teuer ist. In Brooklyn haben wir einen Künstler getroffen, dessen aktuelle Ausstellung über... Elektronikschrott ist! Das war eine lustige Erfahrung, mich mit ihm über E-schrott zu unterhalten, weil wir natürlich unterschiedliche Ansätze haben, aber auch nicht soooo weit von einander. Ich würde mich freuen, irgendwann mit Künstlern zusammen zu arbeiten. Alle hätten viel daran zu gewinnen. Bei der Gelegenheit haben wir mal wieder ein schönes Beispiel von Kulturunterschieden gehabt. Der Künstler verdient Geld in dem er eine Immobiliengesellschaft gegründet hat, um Künstlern Werkstätte zu vermieten. Sein Komment dazu: "I enjoy doing business"... Ich kenne nicht viele Künstler in Frankreich und in Berlin, aber diejenige die ich kenne würden so was niemals sagen! Hier ist die Beziehung zum Geldverdienen ganz anders. Darüber haben wir gesprochen, was sehr interessant war. Er kannte sich gut mit Europa aus, da er einige Monate dort war. Er hat in den Berliner Theatern Sophiensäle und Hau gearbeitet. So klein ist die Welt.

2 comments:

Anonymous said...

Wohin Dich der Schrott so bringt! Viel Erfolg und noch mehr Spass wünsche ich Dir! also hier war die Wahl auch Thema Nummer eins, aber gefeiert hat (in meiner Gegenwart jedenfalls) keiner. Schade! Denn das Wahlergebnis ist schon eine Erleichterung.... Und Künstler die auch mal an ihren Geldbeutel denken finde ich sympathisch.
LG Franzi

Anonymous said...

es ist schon unglaublich, spannend und immer wieder erfrischend, wenn man betrachtet wie klein die welt doch im eigenen erfahrungskreis aber dennoch tatsächlich gar nicht ist. inmitten einer anderen umgebung oder einem anderen kontinent lernt man (quasi bekannte) menschen kennen. (wie dein schrottkünstler in den berliner sophiensälen)
hier - wohl noch mehr in amerika??? - diskutiert man zuweilen, welches hündchen wohl nun platz im weissen haus als first dog finden mag. wichtige probleme. was sagt denn der echte ami dazu?
ich wünsche dir in japan viel erfolg, visitenkarten und vor allem tolle erfahrungen. bis bald und gaaaaanz viele liebe grüsse liebe petra
anja
p.s. letzten dienstag war andreas ganz begeistert von meiner sportlichen mitarbeit…mir fehlte schlichtweg die nötige ablenkung!!!